Meine Mitbewohnerinnen aus der Hölle

Anmerkung: Dieser Beitrag ist stark subjektiv und soll niemanden verletzen. Ich habe diese Situationen so empfunden, jemand anderes hätte vielleicht besser aber auch schlechter reagieren können. Man soll diesen Beitrag bitte unter diesen Bedingungen lesen.

Ich wollte schon als Teenager nie eine WG haben. Instinktiv wusste ich, dass dies jede Freundschaft killen würde. Mit einem Partner ist die Lage etwas anderes, der Mitbewohner wird geliebt und mann übersieht einiges (aber nicht alles!) was ansonsten zum Nervfaktor mutiert. Nun gibt es aber Situationen in denen man nicht anders kann und in genau zwei solche kam ich mehr oder minder unfreiwillig.

Meine Schwangerschaft verlief nicht komplikationslos,  in der 17. Woche musste ich für fast eine Woche ins Spital. Das Vierbettzimmer war glücklicherweise voll belegt und so landete ich mit einer Mitschwangeren auf einem Doppelzimmer. An und für sich war sie eine Nette und das ihr permanent schlecht war, dafür konnte sie nun wirklich nichts. Aber bei jeder Mahlzeit die geliefert wurde, die Nase zu rümpfen und kund zu tun, dass man sich gleich übergeben müsste, hätte nicht sein müssen… 

Gegen meine Frühwehen bekam ich Lavendelwickel. Besser gesagt hätte ich bekommen, doch das Lavendel verursachte ebenfalls Übelkeit. Also einfach warme Wickel ohne Duft… Ansonsten kann ich kaum jammern, wir hatten beide unsere Heulkrämpfe und trösteten uns so gut es ging gegenseitig. Dennoch war ich froh als ich nach Hause ging und mir meine Ehemann wunderbar duftende Lavendelwickel machen konnte.

Nach dieser Erfahrung dachte ich mir, dass es wohl kaum mehr schlimmer werden würde. Dann entband ich und wurde mit voller Wucht auf den Boden der Tatsachen geknallt! Meine neue Mitbewohnerin war mir zunächst sympathisch. Eine Kaiserschnittmama wie ich, nah am Wasser dank der vielen Hormone und mit einem besorgten Mann an ihrer Seite. Genau dieser war auch der Grund für den ersten Schock. 

Papas durften in meinem Spital bis 22.00 Uhr bleiben, sofern die Mitpatientin dies tolerierte. Da mein Mann selbst lange blieb und von mir aus gerne die ganze Besuchszeit hätte nutzen können, hatte ich eigentlich nichts dagegen. Erste Nacht auf dem Zimmer es ist zehn Uhr Abends. Ich denke mir, der Herr wird wohl bald packen. Eine halbe Stunde später, ich will schlafen und drehe das Licht auf meiner Seite ab. Junior war nicht auf meinem Zimmer, da ich immer noch mit Schwindel und starken Schmerzen zu kämpfen hatte. Rasch fiel ich in einen Art Dämmerschlaf.

Gegen Mitternacht geweckt, mein Sohn hatte Hunger. Dabei bemerkte ich den verdutzen Blick der Nachtschwester und wusste erst nicht genau was los war. Während ich also stillte und mit dem anfänglichen Ansaugschmerz kämpfte, stapfte doch allen ernstes der Mann meiner Mitpatientin an mir vorbei und auf unsere Toilette. Mich traf fast der Schlag und ich fühlte mich schon etwas im falschen Film. Nun denn ich war zu müde und erschöpft um gross zu reagieren. Kaum war der Junior weg, dämmerte ich wieder ein. Doch dieses Schlummern währte nur kurz, meine Bettnachbarin begann zu schnarchen und das wie ein alter Seematrose mit Rauchproblemen. Ich wäre fast aus dem Bett gefallen und wusste das mein Sohn nicht bei mir schlafen würde solange sie mit mir im Zimmer war. 

Nun denn ich schlief praktisch nichts mehr diese Nacht, das Schnarchen war zu Laut und konnte selbst durch die Oropax die mir die Schwestern gaben nicht merklich verringert werden. Sie konnte ja nichts dafür, aber es war grauenhaft! Im übrigen blieb ihr Mann die GANZE Nacht bei uns und benutze auch noch unser Bad…

Am nächsten Morgen sind wir am Frühstücken, da sagt doch die dauerschnarchende Nachbarin, sie habe die ganze Nacht nicht schlafen können, das wäre soooo furchtbar gewesen. WTF?!

Gegen zehn Uhr kommt allerlei Besuch von mir und ihr. Ich habe das Bett bei der Türe, also muss meine Zimmernachbarin lüften. Dummerweise hat sie eine wahnsinnige Aversion dagegen. Noch viel dümmer ist das ihr Besuch jede Menge exotische und stark duftende Speisen mitbringt. Am dümmsten ist jedoch der noch immer nicht abgeklungene starke Geruchssinn aus der Schwangerschaft… 

Wir flüchten, denn Stillen klappt bei drei Kleinkindern im Zimmer wovon eines einen Scooter hat einfach nicht so gut. An ins Stillzimmer. Danach geht es zum ersten Spaziergang noch mit Rollstuhl. Die Neu-Oma legt aber so einen abenteuerlichen Fahrstil zu Tage, dass ich schnell wieder zu laufen beginne.

Als wir ins Zimmer zurück kommen herrschen gerade rege Diskussionen. Eine Krankenschwester versucht meiner Nachbarin zu erklären, dass ihr Mann nicht in unserem Zimmer übernachten darf. Den Dialog gebe ich hier nicht wieder, es gab ein paar persönliche Details darin, die nicht ausgebreitet werden müssen. 

In mir keimte die Hoffnung auf eine Nacht ohne Mann im Zimmer auf, welche jedoch rasch zerstört wurde. Der Herr bewegte sich keinen Millimeter und sie schnarchte gewohnt laut. Ich schlief ca. 2 Stunden und haute in der Nacht sogar mal ins Wickelzimmer ab. Die Nachtschwester verstand meine missliche Lage und versprach der Oberschwester vom Tagdienst bescheid zu geben. 

Am nächsten Tag war das Theater dann gross. Die Stationsleitung machte meiner Bettnachbarin unmissverständlich klar, dass ihr Mann zu gehen habe oder sie würde ihn rausschmeissen lassen. Alternativ könnte sie auf ein Familienzimmer upgraden oder früher nach Hause gegen. Es gab ein riesen Theater und ich flüchtete mal wieder. Abends um sechs (!) verliess sie dann das Spital und ich hatte doch noch zwei ruhige Tage mit dem Junior auf dem Zimmer ehe es nach Hause ging. 

So das wars dann mal wieder!

Eure MQ

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